Verlauf Kirchen

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Standort der Kirche

Kirchweihe:       8. Oktober 1443
Patronatstag:   Hl. Wenzel, 28. September


Jauernick gehört zu den ältesten Orten in der Oberlausitz und liegt an der Via Regia, der alten Handels- und Pilgerstraße, die einst im fernen Kiew begann und in dem Wallfahrtsort Santiago de Compostela unweit vom Atlantischen Ozean endete.

Die wohl im 10. Jahrhundert erbaute und durch die Hussiten zerstörte Kirche wurde nach dem Wiederaufbau 1443 dem Heiligen Wenzeslaus geweiht. Unter dem Patronat des Zisterzienserinnenklosters St. Marienthal in Ostritz blieb St. Wenzeslaus nach der Reformation die einzigste katholische Kirche in unserer Region. Somit wurde sie zum Ausgangspunkt der katholischen Gemeindegründungen im 19. Jahrhundert in Görlitz.

Malerisch gelegen und mit der sie umgebenden Mauer ist St. Wenzeslaus ein sehr selten erhaltenes Beispiel eines mittelalterlichen Bauensembles. Die Ausstattung im Innern verweist auf das Rokoko sowie die Gegenwart. Auffällig ist die Wehrhaftigkeit der Dorfkirche und ihres Kirchhofes, ein Zeichen für die gleichzeitige Schutzfunktion des Sakralbaus für die Dorfbewohner bei kriegerischen Überfällen. Unter anderem sehenswert sind Grabmale auf dem Kirchhof aus dem 18. Jahrhundert sowie ein in die Zeit der Hussitenkriege datiertes Sühnekreuz im Außenbereich.

Der heutige sichtbar verputzte Bruchsteinbau mit verschiefertem Dachreiter zeigt das Ergebnis häufigen Umbauens und Erneuerns und geht in seinem Grundriss und nach der Form der Chorwölbung bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. (Im Ursprung ein spätromanischer Saalbaul1)

Als Anbauten der Südseite sind die tonnenüberwölbte Sakristei aus dem  13. Jh.  am Chor und die Vorhalle aus dem   17. Jh.  als Eingang zum Schiff erhalten. Ein ursprünglich an der Nordseite des Chores angebautes Beinhäuschen wurde bereits 1793 entfernt.1)

In den Hussitenkriegen muss die Kirche 1427 und 1429 erheblich beschädigt worden sein, welches durch einen Ablass und Gaben der Kirchbesucher erschließbar ist. Kurze Zeit darauf wurde eine Renovierung von Gewölbe, Dach und Turmspitze notwendig. Mit diesen Arbeiten zwischen 1497 und 1500 erhielt die Kirche ein gotisches Gewölbe, ruhend auf einem starken Mittelpfeiler. Eine Vorhalle kam im 17. Jh. hinzu. 1667 und 1796 fanden weitere Renovierungen statt, bei denen das Dach erstmals mit Ziegeln gedeckt wurde. Die jetzige Gestalt der Innenkirche entstand durch Pfarrer J.Beyer um 1870. Es verschwand der mächtige Mittelpfeiler und mit ihm das gotische Gewölbe.1)

Von der mittelalterlichen Ausstattung der Kirche ist leider nur wenig erhalten geblieben. Das Taufbecken aus Sandstein und die Tür zur Sakristei mit ihren Eisenbeschlägen und Renaissancegriff stammen noch aus dieser Zeit. Vieles ging durch Diebstahl, Plünderung und Zerstörung verloren, die jahrhundertealten Glocken wurden ein Opfer des Ersten Weltkrieges; und auch die 1931 neu beschafften wurden für Kriegszwecke konfisziert. Die Vorhalle bildet die eigentliche architektonische Kostbarkeit der Pfarrkirche.

Die St. Wenzeslauskirche in Jauernick ist die älteste Kirche im Bistum Görlitz und seit Anfang 2010 Stiftskirche der Gemeinde St. Hedwig und St. Wenzeslaus Görlitz-Jauernick. Patron der Kirche ist der heilige Wenzel von Böhmen.

1) Quelle: Schnell, Kunstführer Nr. 2172, 1. Auflage 1994

St. Wenzeslaus (25)
St. Wenzeslaus (13)
St. Wenzeslaus (14)
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